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Die Corona-Eissaison 2020 - was war, was bleibt und was noch kommt

Auch wenn es sicherlich viele von uns und Ihnen nicht mehr hören können: Natürlich ist und bleibt „Corona“ DAS Thema des Jahres 2020. Und natürlich hat Corona die Saison für die Eisbranche mehr als alles andere geprägt - und tut es immer noch: Denn „nach“ der Saison ist immer auch „vor“ der nächsten Saison.

Und nachdem sich die Eissaison 2020 langsam, aber sicher mit einem goldenen Spätsommer dem Ende zuneigt, lassen Sie uns nochmal über das „Corona-Eisjahr 2020“ sprechen. Was ist alles passiert? Wie ist die Saison gelaufen? Wie hat sich die Eisbranche durch Corona verändert? Wie wird es 2021 weitergehen - welche Veränderungen werden bleiben, welche nicht? Und vor allem: Was können (oder sollten?) Sie als Gelatiere tun, um die nächste Saison möglichst erfolgreich zu gestalten?

Doch lassen Sie uns zunächst nochmal die Saison Revue passieren.

Corona - die Saison 2020 im Rückblick

Kaum einer nahm die ersten Berichte über “das neuartige Virus aus China“ Anfang 2020 so richtig ernst. Umso unvorbereiteter war die Eisbranche (und wir übrigens leider auch), als sich im Frühjahr die Ereignisse überschlugen: Lockdown, #stayathome, geschlossene Lokale - und das alles bei bestem, sonnigen Frühlingswetter.

Was am Anfang die wenigsten Gelatieri realisierten: Der Verkauf von Speisen und Getränken zum Mitnehmen („to-go“) - also auch von Eis zum Mitnehmen - war zu keinem Zeitpunkt untersagt.  

Und so zeigten sich schnell die ersten Unterschiede: Während die einen zunächst resignierten und hofften, das Thema „werde sich hoffentlich bald erledigen“, reagierten andere sofort, boten „Eis-Taxis“ und „Lieferservice“ an oder stellten Ihr Eiscafé auf einen reinen Straßenverkauf um, und so mancher reine Kiosk-Betrieb konnte - trotz komplexer und aufwendiger Hygieneregeln - sogar halbwegs normal arbeiten. Die Kurzarbeits-Offensive der Bundesregierung half dabei sowohl den Betreibern, die Kosten im Rahmen zu halten, als auch dem Personal, weil Entlassungen vermieden werden konnten und trotzdem ein Grundeinkommen gesichert blieb.

Im Laufe des Sommers entspannte sich die Situation (je nach Region schneller oder langsamer) zum Glück wieder, und sowohl der lange, schöne Spätsommer, als auch die große Anzahl von Urlaubern, die ihre Ferien in Deutschland verbrachten, halfen und helfen so mancher Eisdiele, das Jahr am Ende deutlich besser als anfangs befürchtet abzuschließen.

Und was brachte das Jahr unter dem Strich? Das ist ausgesprochen unterschiedlich. Klar ist: Die Umsätze des Saison 2019 konnte wohl kaum jemand wiederholen (aber: Ja, einzelne Kioske berichteten tatsächlich von Rekordumsätzen im Jahr 2020…). Ehrlich muss man aber sagen, dass die letzten beiden Jahre für die meisten Betriebe außerordentlich gut waren.

Natürlich traf es Eisgeschäfte in Einkaufszentren und Innenstadtlagen deutlich schlimmer als in ländlichen Lagen oder Wohngebieten, und Cafés mit Außen- und Innenplätze deutlich härter als Kioske und To-Go-Betriebe. Die meisten Betriebe pendelten sich wohl zwischen 65% und 85% der Vorjahresumsätze ein - allerdings bei teils deutlich verringerten Personalkosten.

Insgesamt kann man für die Eisbranche wohl zwei wesentliche Punkte festhalten. Erstens: Es hätte noch deutlich schlimmer kommen können. Und zweitens: Die Branche hat sich verändert.

Veränderungen in der Eisbranche: Welche bleiben werden - und welche eher nicht

Welche Veränderungen brachte nun das Jahr 2020 für die Eisbranche? Und vielleicht noch wichtiger: Welche davon werden auch “nach” der Krise bleiben?

Ein Eis-Lieferservice half vielen Betrieben während des Lockdowns, wird sich aber auf Dauer eher nicht durchsetzen

1. Das Eis-Taxi geht - aber Eis für zu Hause bleibt

Besonders in der Anfangsphase der Corona-Krise versuchten viele eine Art „Eis-Lieferservice“. Hier muss man festhalten: Dieser Trend wird in den meisten Fällen die Krise nicht überdauern - in den allermeisten Fällen ist der Aufwand für den Betreiber zu hoch und der Umsatz letztlich zu gering.

Was allerdings bleiben wird, ist das Thema „Eis für zu Hause“. In vielen Ländern - allen voran Italien - ist es längst für viele Kunden normal, die heimische Tiefkühltruhe nicht mit Billigeis der Industrie, sondern handwerklichem Eis vom Gelatiere des Vertrauens zu füllen. 2020 nahm dieser Trend auch in Deutschland langsam Fahrt auf - mit wenigen, aber den richtigen technischen Hilfsmitteln ist dies für den Gelatiere relativ einfach umzusetzen.

Auch der Verkauf von hochwertigem, handwerklichem Gelato über den Lebensmitteleinzelhandel rückt mehr in den Fokus. Und Mutige denken über noch kreativere Lösungen nach - mittels Tiefkühl-Vending-Automaten kann man z.B. auch auf dem Land eine „Eistankstelle“ - analog den immer beliebter werdenden „Milchtankstellen“ oder „Grillfleisch-Automaten“ - aufstellen, die nebenbei auch keine Personalkosten verursachen. Dieses Thema bleibt auch noch 2020 höchst interessant. Mehr dazu finden Sie hier in unserem Blogartikel zu diesem Thema.

Mit selbst abgefülltem Eis zum Mitnehmen für zu Hause kann die handwerkliche Eisdiele der Industrie auch weiterhin Marktanteile abnehmen

2. “To-Go” - unkomplizierte Ergänzungsprodukte auch „nach“ Corona

Überhaupt ist ein verstärkter Fokus auf „To-Go-Produkte“ ein weiterer Trend der Saison 2020, der uns vermutlich auch die nächsten Jahre begleiten wird. Mitnahmeprodukte sind ein schnelles Zusatzgeschäft, profitieren grundsätzlich vom verringerten Mehrwertsteuersatz für Außer-Haus-Verkauf, brauchen wenig Personal und wären auch im unwahrscheinlichen Fall eines zweiten Lockdowns quasi „krisensicher“ als reiner To-Go-Verkauf. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Blog „Neue Produkte für Straßenverkauf und To-Go“.

Ebenso hat das Thema Softeis und Frozen Yogurt eine kleine - verzeihen Sie uns das Wortspiel - „zweite Welle“ erlebt. Beides sind unkomplizierte Ergänzungsprodukte mit hoher Marge, brauchen kein zusätzliches Personal, eignen sich perfekt für den To-Go-Verkauf und brauchen als Thekenmodelle so wenig Raum, dass sich in fast jeder Eisdiele noch ein Platz dafür finden lässt. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Blog "Softeis - was ist das, wie geht das und was bringt das?"

To-Go-Produkte werden beliebter - einfach, ohne Personalkosten und "krisensicher"

3. Der „Eis-Megatrend 2020“: Selbstbedienung

Der „Megatrend“ der Corona-Saison ist aber das Thema Selbstbedienung. Viele Läden spielen schon länger mit dem Gedanken, von Bedienung auf „Self-Service“ umzustellen. Fähiges, kompetentes und motiviertes Personal ist immer schwerer zu finden und entsprechend teuer, die finanzielle Belastung besonders in schlechten Monaten und Jahren enorm, und auch das Handling nicht immer einfach. Besonders, wer viel mit Aushilfen arbeitet, fühlt sich oft eher als Kindergärtner denn als Unternehmer. Trotzdem gingen nur wenige tatsächlich den Schritt zur Selbstbedienung - zu groß war die Angst, dass die (Stamm)Gäste die Veränderung nicht akzeptieren könnten.

Das war 2020 anders - vielen Cafés blieb gar keine andere Wahl, weil sie die Personalbelastungen während der Krisenzeit gar nicht stemmen konnten. Und siehe da: Die Gäste akzeptierten das in fast allen Fällen problemlos - und haben sich inzwischen daran gewöhnt. Manch ein Gastronom begann zu rechnen: Wenn man wenige Prozent Umsatz verliert, dafür aber einen enormen Kostenblock an Personal einspart, verdient man unter Umständen mit weniger Stress gleich viel - oder sogar mehr - Geld als vorher. Und so wundert es nicht, dass viele Betriebe bereits beschlossen haben, auch zukünftig bei „Self-Service“ bleiben zu wollen. Oftmals lässt sich die Theke übrigens mit nur wenigen Veränderungen auch zusätzlich für einen Selbstbedienungs-Betrieb optimieren.

Klar ist: Auch in Zukunft werden sich die Gelatiere gut überlegen, ob sie in ein klassisches Café mit vielen Innen- und Außenplätzen (und natürlich entsprechend höheren Fixkosten durch Miete und Personal) investieren, oder sich lieber für einen kleinen, aber feinen Eiskiosk, dafür aber in 1a-Lage, entscheiden. Nicht wenige unserer Kunden sind bereits am Überlegen, ob und wie das Café in einen reinen Straßenverkauf umfunktioniert werden kann.

Möglichkeiten für Eisdielen gibt es viele: Ob Lieferservice, Softeis oder Coffee-To-Go. Aber am Wichtigsten: Eis geht immer!

Die Vorbereitung auf die Saison 2021

Was gilt es für Eisdielenbetreiber jetzt zu tun?

Erstmal: Kassensturz machen! Sicher nicht alle, aber doch viele Betreiber werden merken, dass das Jahr lange nicht so schlecht war wie befürchtet. Und sollte sich rausstellen, dass doch noch Geld für Investitionen übrig bleibt - oder der Steuerberater sogar eine Investition noch im Jahr 2020 empfehlen - dann lässt sich gerade jetzt noch das eine oder andere Schnäppchen machen.

Sollte das Geld nicht für neue Investitionen reichen und die älteren Geräte noch mal eine zusätzliche Saison „durchhalten müssen“, dann empfehlen wir dringend eine gründliche Überprüfung der Geräte im Winter - ganz besonders bei älteren Geräten. Denn nichts wäre schlimmer, als sich die nächste Saison mit technischen Defekten rumschlagen zu müssen. Wir empfehlen Ihnen zu diesem Thema unseren Artikel „Gesundheitsvorsorge für Eismaschinen“ und weisen nochmals auf unser Angebot der Winterrevision hin.

Spielen Sie ebenfalls mit dem Gedanken, Ihr Café auf Selbstbedienung umzustellen oder das To-Go-Geschäft auszubauen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, um gemeinsam mit Ihnen die Möglichkeiten in Ihren Räumlichkeiten zu besprechen.

Und wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine neue, eigene und/ oder weitere Eisdiele/ Eiskiosk zu eröffnen: Vielleicht ist gerade jetzt gar nicht die schlechteste Zeit dafür! Durch erhöhte Leerstände in den Innenstädten kommen Sie aktuell zu günstigen Mietpreisen an attraktive Lagen, und so vielleicht an Objekte, die sonst nicht möglich gewesen wären.

Die Corona-Eissaison 2020 geht mit schönstem Wetter zu Ende - jetzt gilt die vole Konzentration der Saison 2021!

Was wir für 2021 erwarten

Wenn Sie abschließend noch wissen möchten, wie wir die Saison 2021 einschätzen: Gar nicht so schlecht!

Einen „zweiten Lockdown“ mit einer weitestgehenden Schließung des öffentlichen Lebens wird es - dank neuer Kenntnisse im Umgang mit dem Virus - mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben. Dies hat auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in den letzten Tagen und Wochen mehrfach deutlich betont. Und das gibt zumindest eine gewisse Zuversicht und Planungssicherheit.

Zweitens ist die Eisbranche 2021 deutlich besser vorbereitet: Wir alle haben viel gelernt! Setzt man die Trends und Lehren aus der Saison 2020 frühzeitig und gezielt um, so lässt sich auch mit und während gewisser Einschränkungen Geld verdienen.

Und drittens haben wir auch in diesem Jahr 2020 wieder mal gelernt: Eis geht immer! Und deswegen sind wir überzeugt, dass die Eisdiele nach wie vor eine glänzende Zukunft hat. Wir können nicht versprechen, dass 2021 wieder an die Rekordjahre 2018 und 2019 anknüpfen kann - aber auch 2021 wird man mit dem Verkauf von Speise- und Softeis gutes Geld verdienen können!

In diesem Sinne,

Ihre Alois Krä GmbH

Ihr Ansprechpartner

Maximilian Krä
Geschäftsführer
Telefon: 09421-9961-0
Mail: maximilian.krae@alois-krae.de