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SIGEP Rimini 2020 – der Messeblog

Es gibt ja viele Messen, auf denen das Thema Speise- und Softeis (manchmal mehr, manchmal weniger) präsent ist: Von den typischen Gastro-Messen (Internorga in Hamburg, GAST in Salzburg, HOST in Mailand) über diverse Bäckerei-Messen (Südback) bis zur berühmt-berüchtigten MIG in Longarone jeden Dezember.

Die Leitmesse aber, DIE Messe schlechthin für Speiseeis, das ist und bleibt die SIGEP die jedes Jahr im Januar in Rimini stattfindet. Nun ist Rimini weder um die Ecke, noch im Winter sonderlich gut per Flugzeug zu erreichen – und wirklich aufregend ist der Ort Rimini im Winter, außerhalb der Badesaison, auch nicht.
Aber das macht ja nichts, Ihr habt ja uns – wir waren für Euch vor Ort und möchten Euch hier von unseren Eindrücken und Erlebnissen der SIGEP 2020 erzählen.

Der erste Eindruck der SIGEP 2020

Hui, ist das groß – das denken wir uns jedes Mal wieder, wenn wir auf das Messegelände „Rimini Fiera“ zu fahren. 16 große plus 8 kleinere Messehallen macht insgesamt ganze 24(!) Messehallen – wer alles an einem Tag besuchen will, braucht gute Schuhe und gute Kondition. Von diesen 24 Messehallen befassen sich 12 mit dem Thema „Gelato“ in all seinen Facetten – der Rest verteilt sich auf die Themen „Pasticceria“ (10 Hallen), „Espresso“ (fünf Hallen) und „Schokolade“ (eine Halle). Man sieht also: Eis ist das Hauptthema der Messe!

Und um morgens auf die Messe und abends wieder von der Messe zu kommen, braucht man durchaus Geduld: Hat man sein Hotel in Rimini oder Riccione (dem südlichen Nachbarn von Rimini), dann können sich die wenigen Kilometer vom Hotel zur Messe und zurück durchaus ziehen – eineinhalb Stunden und mehr sind keine Seltenheit, und auch der allabendliche Kampf um den schnellsten Weg aus dem Parkplatz (der pro Tag schlappe € 18 kostet) verlangt durchaus gute Nerven. Ist man allerdings erstmal in den Messehallen, gibt es sehr viel zu sehen.

Parli italiano?!

Das erste, was auffällt: Mit Deutsch kommt man (mit wenigen Ausnahmen) nicht besonders weit – Italienisch ist die Sprache der Messe, obwohl man auch mit Englisch an den meisten Ständen gut durchkommt. Aber klar – wer zumindest ein paar Brocken Italienisch beherrscht, ist klar im Vorteil.

Die Stände sind fast durchgehend eindrucksvoll: Fantasievolle, imposante Standbauten dominieren das Bild – teilweise sogar mehrstöckig, mit Sitzbereichen im Obergeschoss, ausgefallener Deko (diese Jahr im Trend: „Living Walls“, grüner Wandschmuck aus echten oder nachgemachten Pflanzen) und ganz viel Eis. Und ja, ab und an bleibt der Blick auch an einer der unzähligen, durchgehend auffallend gutaussehenden Messehostessen hängen.

Internationales Publikum

Das Publikum ist bunt gemischt: Natürlich gibt es viele Besucher aus Italien – besonders am Wochenende ist die Messe auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus der (näheren und ferneren) Region. Aber ansonsten heißt das Zauberwort: „International“. Neben (wenigen) Deutschen sieht man Kunden aus Nord-, Süd-, Ost- und Westeuropa, Nah- und Fernost, Indien und den USA. Auch am Stand unseres Hauptlieferanten, der Firma Carpigiani (dem Weltmarktführer für Speise- und Softeistechnik) wimmelt es von Vertragshändlern aus aller Welt – und beim alljährlichen Galadinner der Vertragshändler dürfen wir den einen oder anderen davon kennenlernen. So sitze ich zum Beispiel am Tisch mit Kollegen aus Österreich, Albanien, Griechenland, Italien und weiteren Nationalitäten. Und in interessanten Gesprächen mit den Kollegen merke ich mal wieder, dass jedes Land seinen eigenen Eis-Markt mit seinen ganz eigenen Regeln, Produkte, Herausforderungen und Kunden hat.

Neuigkeiten von Carpigiani

Was gibt es Neues an Produkten? Am Stand von Carpigiani gibt es drei große Trendthemen.
Am spannendsten finden wir das Thema „Showproduktion“ – was im Bereich der Restaurants schon lange als „Front-Cooking“ bekannt ist, wird auch in der Eisdiele immer angesagter: Eis, das nicht „versteckt“ in einem Eislabor, sondern direkt vor den Augen der Kunden in speziellen Show-Eismaschinen produziert wird – und auch gleich ganz frisch direkt aus der Maschine verkauft wird. So kann der Kunde nicht nur bei der Produktion des Eises zusehen (und es sieht toll aus, wenn die flüssige Masse langsam zu cremigem Eis ausfriert), sondern auch das wahrscheinlich frischeste und cremigste Eis schlecken, das er je probiert hat. Eine ganz neue, innovative Maschine von Carpigiani (die IdeaUno) erlaubt sogar das portionsweise Zubereiten von Fruchteis nur aus pürierten Früchten, ohne irgendwelche Zusätze – alles, was man braucht, sind Früchte und ein Blender. Da wird leckeres Eis sogar für die ganz Ernährungsbewussten wieder attraktiv.

Das zweite Thema sind kleine Eismaschinen, die speziell auf die Bedürfnisse des HoReCa-Sektors zugeschnitten sind – perfekt für Hotels und Resorts, für hochwertige Gastronomie, Kantinen und Mensen oder Catering-Firmen.

Und als drittes großes Thema werden neue Präsentations- und Produktionsmethoden für Softeis vorgestellt: So gibt es ganz neu Maschinen, die einen flüssigen Sirup-Kern in das Softeis einspritzen, und die Möglichkeit, Softeis nicht nur in der klassischen Stern-Form, sondern auch in vielen anderen Formen zu produzieren, so z.B. als „Lasagne“, „Spaghetti“ und vieles mehr. Präsentiert wird das am Stand in hübschen, farbig lackierten Maschinen und in originellen Varianten – zum Beispiel als „Popcorn-Eis“ oder Perlen-Softeis. Ob das der neue Trend in Deutschland wird? Ich habe meine Zweifel, aber eines ist klar: Die Kunden aus Fernost fahren ungemein auf das Thema ab. Womit wir wieder bei den unterschiedlichen Märkten und Ihren Gesetzmäßigkeiten wären...

Neuigkeiten im Bereich Präsentation und Einrichtungen

Und was gibt es Neues abseits von Carpigiani? Einmal die neue IFI Milia Eisvitrine – nach Meinung unseres gesamten Teams aktuell die schönste Eisvitrine auf dem Markt: fast schon ein Kunstwerk mit perfekter Eispräsentation, hochwertiger Kühltechnik und optimaler Eispräsentation. Und ehrlich gesagt: Wir sind auch vom Preis positiv überrascht. Billig kann so ein hochwertiges Gerät natürlich nicht sein – aber wir hätten uns den Preis deutlich „schlimmer“ vorgestellt, in Anbetracht der Qualität und Technik ist die Vitrine ihren Preis mehr als wert. Schmunzeln mussten wir über die Aufsatz-Eisvitrine „Al Volo“ – eine praktische und innovative Aufsatz-Eis-/Pralinenvitrine für kleinen Bedarf und Gastronomie, die uns aber doch irgendwie ein wenig an eine Mikrowelle erinnert. Bei FB, dem Top-Label der Vitrinenexperten der Clabogroup, sehen wir die „Chérie“, eine formschöne und platzsparende Eisvitrine mit einer Tiefe von nur 90 cm. Interessant ist auch immer das Thema Ladenbau und Design – hier geht der Trend wieder weg von den „rauhen“ , naturbelassenen Materialien (Echtholz, Gres) und bewusst unregelmäßigen Formen der letzten Jahre, hin zu klaren Linien, klassischen Farben und glänzenden Oberflächen. Das Material der Stunde ist Quarzstein.

Anekdoten und Fazit zur Eismesse SIGEP 2020

Zu einem vollständigen Bericht der Messe Rimini gehören aber auch die Kuriositäten: Immer wieder stehen große, teils nicht einmal schlecht gemachte Stände von Firmen, von denen wir ehrlich gesagt noch nie etwas gehört haben – und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nie wieder etwas hören werden. Hersteller aus Nah- und Fernost versuchen mit aller Gewalt, einen Fuß in den attraktiven Markt zu bekommen, die Qualität der Produkte ist aber offen gesprochen oft beinahe schon gefährlich für Benutzer und/oder Verbraucher. Immer wieder spielen sich mehr oder weniger kuriose Szenen ab: Standbetreiber, die wegen gefälschter CE-Kennzeichnung während der Messe den Stand verlassen. No-Name-Hersteller, deren Maschinen am ersten Tag € 10.000, am zweiten € 8.000 und am letzten dann noch € 1.000 kosten. Verkäufer, die bei der Frage „darf ich mal oben in die Maschine schauen“ zu schwitzen beginnen und irgendwas von „Prototypen“ stammeln. Für den Kunden ist es tatsächlich oft schwer, seriöse und wertige Produkte von billiger Nachahmer-Ware zu unterscheiden. Im Zweifel ist es tatsächlich oft besser, bei den bewährten Herstellern zu bleiben. Und natürlich gibt es auch kuriose und sinnlose Produkte – ob die Welt wirklich auf wackelnde Schnapsflaschen in Form des männlichen Gliedes gewartet hat wagen wir zu bezweifeln. Aber zumindest war das der kurioseste Messsejob den wir gesehen haben – eine Dame war nämlich als „Wackelpenisanschubserin“ dafür zuständig, dass die Flaschen immer schon wackeln…