Acht Trends für Eisdielen im Jahr 2020

Wie in allen Branchen, so werden auch rund um die Themen Eis, Espresso und Café jedes Jahr unzählige neue Ideen und Produkte vorgestellt - und wie in allen Branchen, so wird auch in unserer Branche nicht aus jedem Produkt ein Hype oder ein Publikumsliebling. Wir waren für Euch auf den wichtigsten Winter-Branchenmessen (HOST Mailand, MIG Longarone, SIGEP Rimini und Gelatissimo Stuttgart) unterwegs und möchten Euch hiermit die aus unserer Sicht interessantesten Trends und Themen für das Eis-Jahr 2020 vorstellen.

 

Also, los geht's: Was sind denn nun die "Eis-Trends 2020"?

Trend 1: Lifestlye meets Cash-Cow – die neuen Espressomaschinen

Vorbei sind die Zeiten, als Espressomaschinen unauffällige, oft vernachlässigte Gebrauchsgegenstände im hintersten Eck der Bartheke waren. Mit dem seit Jahren boomenden Barista-Trend und der Kaffee-Qualitätsoffensive haben sich auch die Espressomaschinen vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan gewandelt und zieren heute stolz den vordersten Platz auf der Bartheke. Und natürlich ist für jeden Typ die richtige Maschine in der Auswahl – von der Kampfjet-Optik der San Remo F-18 (wenn die Temperatur der Maschine passt, dann gibt das Fadenkreuz im Display-HUD den Espresso „zum Abschuss frei“) über edle Schmuckstücke mit Echtholzgriffen und Kupferkarosserie bis hin zu sportlich-kantigen Carbon-Gestellen mit Ducati-Motarradrahmen.

Trend 2: Show-Eis – Produktion direkt vor den Kunden

Was gibt es besseres als leckeres Speiseeis ganz frisch aus der Maschine? Und wenn der Kunde auch noch zusehen kann wie das Eis hergestellt wird, wie sich die Grundmasse langsam drehend verfestigt und zu cremigem Eis wird, dann ist das Erlebnisgastronomie pur. Und genau diesen Trend – egal ob man ihn nun „Erlebnisgastronomie“, „Showküche“ oder „Front-Cooking“ nennt – erleben wir nun auch in der Speiseeisproduktion. Und das Tolle: Es gibt für jeden Bedarf tolle Frisch-Eis-Maschinen – von kleinen Geräten für Smoothie-Bars (man kann übrigens damit Frucht-Speiseeis ohne jegliche Zusatzstoffe herstellen) über die universellen BGI-Geräte bis hin zur Carpigiani IdeaTre, dem Ferrari unter den Showeis-Maschinen, ist für jeden Bedarf etwas dabei.

Die Carpigiani IdeaTre - Speiseeis-Showproduktion in seiner schönsten Form

Trend 3: Visibilität – Vitrinen mit dem „Durchblick“

Ihre wichtigste Werbung? Natürlich Ihr Produkt! Denn Sie dürfen nie vergessen, dass Eis ein Impulsprodukt ist – man braucht es nicht, man will es! Und dazu muss man es sehengut, appetitlich und am besten schon von Weitem. Deswegen geht der Trend immer mehr zu Eisvitrinen, die das Eis nicht nur perfekt konservieren, sondern vor allem ideal präsentieren – tiefe Fronten, schmale Rahmen und perfekte Beleuchtung ermöglichen aus jedem Winkel den perfekten „Durchblick“ auf Ihr Eis. Und die augenscheinlich teure Investition in eine neue, hochwertige und sichtbare Eisvitrine rechnet sich oft deutlich schneller als Sie glauben!

Trend 4: Variabilität – weniger Maschinen, mehr Produkte

Klar, das Hauptprodukt eines Eiscafés ist und bleibt… das Eis. Aber warum nicht mehr Produkte anbieten? Warum sich nicht vom Wettbewerb abheben? Warum nicht die Saison verlängern? Die Eisvitrine in der „Vier-Jahreszeiten“-Version lässt sich im Winter perfekt zur Kuchenpräsentation nutzen. Der Kuchenturm beherrscht heute auch Minus-Temperaturen für Eistorten oder vorproduziertes Eis zum Mit-Nach-Hause-Nehmen. Die Carpigiani Maestro-Serie ist eine vollwertige Eismaschine, die nebenbei auch die Produktion hochwertiger Konditoreiwaren ermöglicht – so ergänzen Sie Ihr Eiscafé um echt italienische „Piccola Pasticceria“. Trauen Sie sich – es war noch nie so einfach wie heute!

Trend 5: Becher abfüllen – Kampf dem Industrieeis

Gut 80% des insgesamt verkauften Speiseeises in Deutschland ist Industrieeis (Klein- und Großpackungen sowie Eis-am-Stiel), obwohl beinahe alle Kunden das handwerkliche Speiseeis aus der Eisdiele bevorzugen. Was sagt uns das? Der Hauptkonkurrent ist nicht die zweite Eisdiele zwei Straßen weiter – nein, es ist die Industrie. Doch warum wird so viel Industrieeis gekauft? Ganz einfach – es wird bequem mit nach Hause genommen, und wenn man abends Lust auf ein Eis hat, braucht man nur den Gefrierschrank aufzumachen. Aber: Auch diesen Markt kann die Eisdiele erobern! Stellen Sie doch einen Tiefkühlturm in die Eisdiele und verkaufen Sie Eis in 250ml-Packungen zum Mitnehmen! Vertreiben Sie Eis selbst über neue Absatzmärkte – abgepackt über Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien, Cafés. Und mit dem richtigen Equipment – wie z.B. einer professionellen Becherabfüll-Anlage – geht das ganz einfach und sicher. Und die Investition ist niedriger als Sie vielleicht glauben…

Mit einer Abfüllanlage für handwerkliches Speiseeis ist das portionsweise Abfüllen ganz einfach

Trend 6: Eis auf Abwegen – neue Absatzpunkte und –wege

Klar, die klassische Eisdiele lebt – und wird hoffentlich auch nie sterben, dafür gehen wir alle viel zu gerne hin. Aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass es inzwischen immer mehr Möglichkeiten gibt, sein Eis an den Mann/ die Frau zu bringen. Beispiele gefällig? Eis aus frischen Beeren an den beliebten Erdbeer-, Himbeer- oder Heidelbeerfeldern. Kleine, schöne zwei-Eissorten-Minivitrinen in kleinen Filialen. Selbst abgefüllte Becher (siehe Trend 5) über Vending-Automaten verkaufen – Sie glauben nicht, wie viele junge Leute auch nachts um 3 Uhr nach der Diskothek noch kurz anhalten, um sich ein Eis rauszulassen. Und Personalkosten haben Sie ja mit den Automaten keine… Seien Sie kreativ! Gewinnen Sie neue Absatzmärkte!

Trend 7: Eislabor 2.0 – Optimierung der Eisproduktion

Haben Sie schon mal gemessen wie viele Schritte Sie täglich in Ihrer Eisproduktion machen? Und wie viele davon sinnlos oder unproduktiv, einfach weil die Laufwege nicht stimmen, Sie immer den einen Gang zusätzlich machen müssen, die Ablagen nicht ausreichen oder die Lagermöglichkeiten zu klein sind? Haben Sie schon mal überprüft, wie viel Zeit Sie mit dem manuellen Abwiegen der Rezepte verbrauchen? Wie viele Fehler Sie oder Ihre Mitarbeiter dabei machen, weil bei der letzten Zutat ein wenig zu viel im Eimer landet und Sie nicht wissen, wie Sie das Rezept korrigieren müssen?

Haben Sie sich schon mal geärgert, weil die Kapazitäten der Geräte in Ihrem Eislabor einfach nicht zusammen passen? Die Eismaschine zu groß für den Pasteurisierer, der nach wenigen Portionen leer ist? Der Schockfroster dafür zu klein, sodass Sie nicht genügend Eis auf einmal schockfrosten können? Und überhaupt, der Kühlschrank ist zu groß, die Lagerschränke dafür zu klein?
Und haben Sie jetzt schon mal überlegt, wie viel Kraft, Zeit, Nerven und letztlich Geld Sie mit einem perfekt geplanten und optimierten Labor sparen könnten? Nein? Na, dann wird’s Zeit…

Trend 8: Nachhaltigkeit – Kältemittel und Klimaerwärmung

Das Thema Umwelt macht – richtigerweise – auch vor der Eisdiele nicht halt. Insbesondere Kältemittel sind davon betroffen, tragen Sie doch Ihren Teil zur Klimaerwärmung bei. Was hat das für Auswirkungen auf Sie? Einerseits sind alte, stark klimaschädliche Kältemittel – allen voran R22 – inzwischen verboten. Sie dürfen damit befüllte Geräte zwar noch betreiben, aber keinen Eingriff in den Kältekreislauf mehr Vornehmen – weist das Gerät eine Undichtigkeit auf, so darf diese nicht mehr repariert werden. Wir dürfen diese Geräte übrigens auch nicht mehr in den Verkehr bringen, sondern nur noch fachgerecht verschrotten – der Restwert von R22-Gebrauchtgeräten ist also quasi Null. Auch die (noch) aktuelle Kältemittelgeneration, darunter das häufig verwendete R404a, befindet sich im sogenannten „Phase-Out“, d.h. die verfügbaren Mengen dieses Kältemittels werden Jahr für Jahr eingeschränkt und schließlich ganz verboten. Es existieren zwar sogenannte „Drop-In“ Ersatzkältemittel, doch auch diese werden mittelfristig beschränkt werden. Das „modernste“ Kältemittel kennen Sie vielleicht aus dem Campingkocher: R290, auch bekannt als Propan. Dieses Kältemittel ist allerdings brennbar und deswegen dürfen nur ungefährliche Mengen davon verwendet werden – doch auch diese werden kaum ausreichen, größere Kälteanlagen (oder Eismaschinen) zu betreiben. Und was kommt langfristig? Tja, genau weiß das ehrlich gesagt noch niemand, auch weil viele gesetzliche Regelungen „in der Schwebe“ sind. Wir können also gespannt sein…

Auch im Bereich Speiseeistechnik wird Umweltschutz immer wichtiger